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Ausflug nach München


Im August war es zum ersten Mal so weit. Ein kurzer Wochentrip mit dem Fahrrad stand uns bevor. Von Winterthur nach München mit Sack und Pack. Nach einem erfolglosen Start am Freitagabend, konnte es Samstags dann richtig los gehen. So starteten wir bei bewölktem, frischen Wetter in Richtung Bodensee.

Das SRF bi de Lüüt und auch das Hochzeitspaar mit den 4 Fotografen liessen wir links liegen. Viel mehr erfreute uns die Motivation mit dem Ziel vor Augen. Abends konnten wir dann im Appenzell bei Danis Eltern einkehren und uns von den ersten Kilometern erholen.

 

Tags darauf begrüsste uns wunderbares Sommerwetter. Schnell machten wir unsere Drahtesel bereit und fuhren von Wolfhalden nach Bregenz, wo wir uns mitten in einem Sommerfest wieder fanden. Bei Marschmusik und Wurst liessen wir es uns gut gehen.

Danach gings über die Grenze ins Allgäu zu den vielen Maibäumen. Abends kamen wir in Lindenberg - der Stadt der Hüte an. In einem nahegelegenen Waldstück stellten wir unser Zelt auf und liessen uns die Brombeeren als Dessert schmecken.



Am dritten Tag gings bei schönem Wetter nach Maierhöfen zum Eistobel. Inzwischen waren wir schon mitten im Herzen des Allgäus angekommen. Und auch die Beine hatten sich schon etwas ans ständige Pedalen gewöhnt. Dass die Strassen im Allgäu selten flach verlaufen wurde uns auch bald klar, dafür hat man beim Aufstieg immer ein wunderschönes Bergpanorama vor Augen und und kann sich auf herrliche Abfahrten freuen.

In Isny gabs herrliche Kässpätzle und neue Energie für die weiterfahrt nach Kempten. Wir hatten etwas Mühe einen Platz zum zelten zu finden, durften schlussendlich aber unser Zelt vor dem Haus eines unglaublich freundlichen Ehepaars aufstellen die eine Pferdepension betreiben. Vor dem Schlafen gehen wurden wir noch mit eigenen Äpfeln und Tipps für die Weiterreise ausgestattet.

So fuhren wir Tags darauf durch den Kemptner Wald bis nach Füssen. Unterwegs gab es immer wieder einen Grund um anzuhalten und zu staunen. Beispielsweise bei den vielen Truthähnen, die ängstlich gackernd erstmal die Flucht antraten und sich erst nach einigen Minuten in die Nähe der Fremdlinge trauten.

In der Region um das Schloss Neuschwanstein ist Radeln sehr beliebt, vor allem mit dem eBike. So waren wir in guter Gesellschaft.

 



Eine Abkühlung von der Sommerhitze gabs dann bei der ankunft in Füssen.  Es war zugleich auch ein willkommener Zeitpunkt um sich die Beine etwas zu vertreten. Viel Zeit blieb uns jedoch nicht, so wollten wir doch noch am selben Tag nach Halblech kommen. Das Majestätische Schloss Neuschwanstein betrachteten wir deshalb nur aus weiter Ferne und dessen Anblick begleitete uns noch für eine ganze Weile.
Für die Übernachtung fanden wir in einem sehr familiären Gasthaus Unterschlupf.

Die Zeit auf dem Fahrrad verging Tag für Tag wie im Flug und Abwechslung gabs reichlich. Mal wars eine deftige Brotzeit mit Weissbier am Morgen, mal ein Sprung in die Loisach oder auch ausgiebige Pausen im Schatten. Kurz vor Bad Tölz schlugen wir unser Nachtlager in einem nahegelegenen Wald auf. Nach anfänglicher Verwunderung über die totale Stille in der Luft wurden wir beim essen von einem ausgiebigen Sommergewitter überrascht. Bachnass flüchteten wir ins innere und lauschten dem unaufhörlichen donnern und dem prasseln des regens - das Zelt hielt dicht.

Die kühle und frische Luft am nächsten Tag tat gut. Nach einem kurzen Besuch in Bad Tölz fuhren wir der Isar entlang in richtung München. Der Isarradweg gestaltete sich nicht als besonders spannend. Vielleicht wars aber auch nur die Gewissheit, dass das Ziel nicht mehr weit entfernt lag. Wir freuten uns schon auf ein kühles Bier mit Kalbshaxen - das war nach dieser Tour die richtige Belohnung für eine ereignisreiche Fahrradwoche von Winterthur nach München.