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Los geht's!


Dass die erste Etappe so kurz ausfallen würde, hätten wir bei der Planung nie geglaubt. Beim Umzug entstand jedoch die Idee die erste Nacht unserer Reise in Winterthur Töss zu verbringen. Der Gedanke wurde uns immer sympathischer, vor allem als wir am Samstag viel später als erwartet mit dem Packen und Aufräumen fertig wurden. Nach einem überraschenden Abschiedsapéro traten wir samt Minieskorte ein erstes Mal in die Pedalen. Der Kilometer (Länger war die Etappe nicht) war schnell bewältigt und wir wurden herzlich mit Käsefondue empfangen.
Wir waren froh die Reise am geplanten Datum noch antreten zu können. Vor allem da der Umzug und die letzten Vorbereitungsarbeiten mehr Zeit als erwartet in Anspruch nahmen.
Von nun an drehten sich die Gedanken nicht mehr um To do Listen, Termine und Prioritäten. Wir konnten uns endlich mit der Route befassen. Die Idee kam spontan, bei dem sonnigen frühlingshaften Wetter durchs Tösstal nach Wald zu fahren. Ein Idealer Einstieg für den künftigen Fahrradalltag. Die ersten Kilometer ins grosse Abenteuer auf einer bekannten Strecke zu fahren, fühlte sich toll und surreal zugleich an. Die Gedanken waren frei und das Grinsen blieb hartnäckig im Gesicht. Die kontinuierliche Steigung entlang der Töss war angenehm zu fahren. So waren wir schon bald in Wald. Es machte den Start angenehmer, auch hier bekannte Gesichter zu sehen und einen lustigen Abend mit Freunden verbringen zu können.



Sehr wechselhaft war das Wetter am dritten Tag. Wir wurden von der Sonne geweckt, und stiegen bei bewölktem Himmel aufs Rad. Der Wind nahm stetig zu und am Greifensee erwarteten uns die blinkenden Sturmlichter. Die Regenkleider waren schnell montiert und keine drei Minuten später fielen die ersten Tropfen. Auf der sonst sehr gemütlichen Strecke neben dem See kämpften wir gegen die Böen und den peitschenden Regen. Wer hätte gedacht, dass unsere Regenkleidung so früh geprüft würde? Der Regen liess nach und wir entdeckten dass Stettbach ein schönes, fast ländliches Wohnquartier bietet – wir verbanden den Namen bisher nur mit dem ungemütlichen Bahnhof auf unserem Arbeitsweg und nicht mit einer Ortschaft. Wind und Regen blieben an diesem Tag unsere treuen Begleiter, was unsere Stimmung jedoch nicht zu trüben vermochte.



Mittlerweile sind wir im Jura angekommen. Wir geniessen die Natur und staunen dass nach dem hart erkämpften Aufstieg die Abfahrt nur mit energischem pedalen zum Ziel führt. Die Tagesetappen werden kürzer, die Steigungen nehmen zu und die städtischen Hochhäuser weichen hier den hügeligen Gebirgszügen. Auch das Zelten haben wir bereits ausprobiert, doch wurden wir morgens um 3.00 Uhr von heftigen Windböen geweckt, sodass das Zelt zusätzlich gesichert werden musste.
Verblüfft bemerkten wir im Verlauf des Tages, wie unglaublich schnell sich Wind, Sonne und Regen abwechseln können. Kaum ist die Regenkleidung montiert, erscheint der Himmel wieder strahlend blau.

Langsam gewöhnen wir  uns an die französische Sprache. Der Unterricht in der Schule hat tatsächlich Spuren hinterlassen – nur wissen wir oftmals nicht ob das Wort welches uns gerade auf der Zunge liegt auch die gewünschte Bedeutung hat. Nachfragen hilft und führt zu angenehmen Begegnungen mit beidseitigem Schmunzeln.

 

Oröwuar a la Wälsch – weiter geht’s in Richtung Lagg Löman.