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Bienvenue en France


 

Inzwischen haben wir die Schweiz durchradelt und sind über die französische Grenze nach Lyon gekommen. Als Abschluss des hügeligen Juras überquerten wir den Vue des Alpes und standen mit unseren Velos für einmal mitten in einem Skigebiet. Auf einer kalten Abfahrt nach Neuchâtel wurden in kürzester Zeit alle gesammelten Höhenmeter verschenkt. Bei einer Mittagspause in Bevaix wurden wir von einem älteren Herr freundlich begrüsst und vom herannahenden Regen gewarnt. Er bot uns an den Nachmittag / die Nacht bei ihm zu Hause „im schärme“ (auf französisch – „o schärm“ oder so) zu verbringen. Wir lehnten dankend ab, doch die Einladung beflügelte unsere Weiterreise.

Kurz vor Genf war es so weit und ein erstes Mal musste ein Platten repariert werden. Natürlich begann es zeitgleich zu regnen und ein Handschuh verschwand aufgrund des Windes im inneren der Bootswerkstatt, bei welcher wir Schutz gesucht hatten. Nach kurzem Fluchen waren alle Probleme wieder behoben.

In Genf gab es allerlei interessante Menschen zu sehen. Mit unseren vollgepackten Rädern schienen auch wir eine Art Sehenswürdigkeit zu sein. Der grosse Stadtrummel entsprach uns weniger und so waren wir froh als die Umgebung wieder ländlicher wurde. Bald waren wir über der Grenze in Frankreich.



Die Rohne schlängelt sich von Genf durch das Gebiet „Haute- Savoie“ bis nach Lyon und dann südwärts in Richtung Mittelmeer. Die sehr gut ausgebaute Veloroute die sie begleitet, scheint wohl vor allem im Sommer sehr gut befahren zu sein. Man fährt auf asphaltierten und meist vom Strassenverkehr separierten Wegen durch Wiesen und Felder. Die Dörfer werden kleiner und seltener, haben dafür aber den typisch französischen Charme.

Ein kleines Stück von diesem Charm durften wir in Frangy miterleben. Durch die Plattform Warmshowers bekamen wir die Gelegenheit, bei Jean- Pierre und Claudette eine Nacht im warmen und trockenen zu verbringen. Wir wurden unglaublich herzlich empfangen. Für unser sperriges Französisch zeigten sie viel Geduld und hatten Wertvolle Tipps für die Weiterreise.

 

Flach entlang der Rohne ging es zügig vorwärts in Richtung Lyon. Das Wetter stellte uns mit viel Regen auf die Probe. Nach zwei langen Etappen erreichten wir ziemlich durchnässt unser nächstes Etappenziel. Hier lassen wir erst mal unser Gepäck trocknen, und kratzen den vielen Sand aus den Fahrrädern. Die Stadt ist bekannt für ihre kulinarische Vielfältigkeit und wir geniessen hier die ruhige aber dennoch belebte Atmosphäre.
Weiter geht’s in Richtung Süden und wir freuen uns schon jetzt auf Sonne, Glacé und Meer.